Wenn du über den großen Blumen- und Gemüsemarkt Pak Klong Talad in Bangkok schlenderst, siehst du Händler mit den schönsten Paprikaschoten, die du dir vorstellen kannst. Grün, rot, gelb, klein, groß – du findest sie alle. Sie lachen dich an, diese Chilis. Am liebsten würdest du sofort reinbeißen.

Thailand hat das schärfste Essen der Welt. Das behauptet zumindest die Website worldatlas.com, eine Plattform für Weltbürger. An sich ist es egal, ob in Thailand, Indien oder Kolumbien die meisten Chilischoten gekocht werden. Jedenfalls können wir festhalten, dass man in Thailand nicht vor ein paar Chilis zurückschreckt. Tatsächlich ist es ohne getrocknete, frische, gebratene oder saure Chilis kaum möglich, dort zu essen. Gerichte, die für manche Reisende in einem lodernden Feuer enden, sind für die meisten Thailänder genau richtig im Geschmack. Die Wahrscheinlichkeit ist groß – nur um sicherzugehen –, dass sie noch ein paar Chilis hinzufügen.

Die Chilischote oder rote Paprika ist eigentlich die Mutter aller Chilis. Grüne Chilis sind eigentlich noch nicht reif und daher noch nicht rot, aber trotzdem lecker. Was wir botanisch als Paprika bezeichnen, gehört eigentlich auch zu den Paprikaschoten, obwohl sie natürlich nicht so scharf sind. Als der Wunsch nach Abwechslung aufkam, wurden die gelben und orangefarbenen Paprikaschoten gezüchtet, die sich aber geschmacklich und schärfetechnisch nicht wirklich von den roten und grünen Paprikaschoten unterscheiden. Der Carolina Reaper, es klingt schon unbehaglich, ist laut Guinness-Buch der Rekorde die schärfste Paprika der Welt (nur etwas schärfer als der Trinidad Moruga Scorpion). Wage es nicht.

Die Chilischote mag in Thailand beliebt sein, stammt aber nicht von dort. Um das 15. Jahrhundert war die thailändische Stadt Ayutthaya ein blühender Handelsplatz. Sie wurde intensiv von Händlern besucht, die zwischen China und Indien reisten. Und so kam die Paprika über die Portugiesen nach Thailand. Die Portugiesen wiederum hatten die Paprika in Südamerika entdeckt.

Es ist sicherlich nicht so, dass die Ankunft des kleinen scharfen Gemüses mit Jubel begrüßt wurde. Es dauerte eine Weile, bis sich die Thailänder daran gewöhnten. Wie so oft gibt das Werk des berühmten thailändischen Dichters Sunthorn Pu, der vor einigen hundert Jahren lebte, einen Einblick. Er schreibt, dass Chilischoten und Salz bei der Zubereitung von Wild verwendet wurden. Das sagt etwas aus, aber auch nicht sehr viel.

Vor etwa 80 Jahren erschien das königliche Kochbuch Tamrab Sai Yaowapa. Es listet verschiedene Chilisorten auf, die zu dieser Zeit lokal verfügbar waren. Das Buch erklärt, welche tatsächlich für Gerichte verwendet werden. Es sind nur zwei: die Bang Chang Chili (eine Paprika aus der thailändischen Provinz Samut Songkhram, die viel für Chilipaste verwendet wurde, aber heutzutage seltener ist) und die Rawit (international bekannt als Bird's Eye Chili). Denn das können wir lernen: Nicht alle Chilis können in jedem Gericht verwendet werden. In das berühmte thailändische Wokgericht Pad Krapao (mit Schweinefleisch und Basilikum) gehört die große Rawit, und in gebratenen Fisch mit süß-saurer Soße muss rote Cayennepfeffer.

Die roten und grünen Chilis, die man in Thailand am häufigsten findet, sind die, die wir in den Niederlanden am besten kennen: diese kleinen scharfen Teufel, die Currys so viel Geschmack und Farbe verleihen. Wenn sie wachsen, zeigen sie mit der Spitze nach oben, als wollten sie die Pflanze, aus der sie geboren wurden, nicht kennen. Deshalb werden sie in Thailand Prick Chee Fah genannt, die Chili, die in die Luft zeigt.