Seien wir ehrlich, wenn ein Kollege oder Freund Sie heute nach Tamarinde gefragt hätte, hätten Sie gewusst, was das ist? Ein Musikinstrument? Eine berühmte Schauspielerin? Kann man das essen? Ja, man kann es essen.

Tamarinde ist eine Hülsenfrucht. Tamar Hindi bedeutet Dattel aus Indien, dann bekommt man eine gute Vorstellung. Das Fruchtfleisch der Tamarinde erinnert an das Fruchtfleisch von Datteln. Die meisten Tamarinden stammen aus Indien, obwohl die Hülsenfrucht früher in afrikanischen Ländern gefunden wurde. Heutzutage wächst sie an vielen warmen Orten, aber besonders in Asien.

Wenn man Tamarinde essen möchte, muss man geduldig sein. Der Baum wächst sehr langsam, ist aber sehr stark (und kann bis zu 25 Meter hoch werden), verträgt viel Sonne und längere Dürreperioden. Erst nach etwa fünf Jahren trägt der Baum Früchte. Dann ist man aber noch nicht am Ziel. Die Frucht ist nicht sehr einfach zu essen.

Man muss die Tamarinde schälen. Ovale, harte Samen sind in dunkelbraunes, faseriges Fruchtfleisch eingebettet. Erst wenn man die Schale, die faserigen Fäden und die Samen entfernt hat, kann man die Frucht schmecken. Das ist ein bisschen mühsam. Das Fruchtfleisch und die Fasern sind ziemlich miteinander verflochten und lassen sich nur schwer trennen. Warum erzählen wir Ihnen das eigentlich, denn Sie müssen das alles nicht selbst machen. Wir haben es bereits für Sie erledigt und in eine Flasche gefüllt. Eine Flasche voll mit dem Fruchtfleisch der Tamarinde, gebrauchsfertig.

Tamarinde ist enorm vielseitig. Sie kommt in Curry oder Chutney vor, ist aber auch bei der Zubereitung von Zitronenkuchen nützlich. Sie ergibt Limonaden, Bonbons und aus dem Fruchtfleisch macht man gute Marmelade. In Indonesien wird sie in frischer Erdnusssoße verwendet, in Thailand dient sie manchmal als Kaffeeersatz, aber die vielleicht bekannteste Anwendung ist die Worcestersoße. Tamarinde schmeckt süß und sauer, aber etwas saurer als süß, daher ist sie ein guter Ersatz für Essig und Zitronensaft.

Seit Jahrhunderten wird Tamarinde in der traditionellen Medizin verwendet. Das ist nicht verwunderlich, denn Tamarinde enthält viele gesunde Inhaltsstoffe. Wenn man 100 Gramm der Hülsenfrucht isst, hat man bereits über ein Viertel der empfohlenen Tagesdosis an B1, und auch einiges an B3 (12 %) und Vitamin C (6 %). Außerdem enthält sie viel Kalium und Phosphor.

Das finden wir gut, aber wir verwenden Tamarinde lieber zum Kochen. Zum Beispiel, um gebratenem Gemüse einen zusätzlichen Kick zu geben, um gebratenen Fisch zu dippen, um Spareribs zu braten, um Gurkensalat zu machen oder im Pad Thai. In Asien denkt man genau das Gleiche. Obwohl sie Tamarindenmark auch zum Polieren von Messing, Kupfer und Bronze verwenden. Das machen wir nicht.