
Als der taiwanisch-japanische Erfinder Momofuku Ando vor sechzig Jahren Instantnudeln entwickelte, hätte er sich nicht vorstellen können, dass sie heute weltweit massenhaft gegessen werden. Er erfand Nudeln, die für sehr kurze Zeit bei hoher Temperatur in Öl erhitzt wurden, sodass die Feuchtigkeit verdampfte. Dadurch hielten sie länger. Trotzdem waren sie keine Marktlücke – sie waren viel zu teuer. Sechsmal teurer als die frischen Nudeln, die man damals überall in Japan kaufen konnte.
Trotzdem wuchs die Beliebtheit von Instantnudeln in Japan. Als die Nudeln Anfang der 1970er-Jahre dann in einem stabilen Plastikbecher auf den Markt kamen, ging es international richtig los. So viel Bequemlichkeit war für viele unwiderstehlich. Du musstest nicht einmal nach einem Teller und einem Löffel suchen (der war dabei). Alles, was noch fehlte, war heißes Wasser – für eine schnelle, günstige und sättigende Mahlzeit. Cup-Nudeln wurden ebenfalls von Momofuku Ando erfunden – er war nicht nur Erfinder, sondern auch Chef eines großen Nudelunternehmens.
Jahrelang hörte man über Cup-Nudeln, dass sie nicht besonders gesund seien. Die Nudeln bestehen aus Weizenmehl, Palmöl und werden mit Kräutern, Salz (auch für die Haltbarkeit), dem Geschmacksverstärker MSG und Zucker gewürzt. Zum Glück hat sich viel verändert. Es gibt inzwischen auch Vollkornnudeln, Nudeln mit weniger Salz, ohne Öl oder mit extra Protein. Außerdem kannst du frisches Gemüse, etwas Fleisch oder ein Ei dazugeben.
Laut der World Instant Noodles Association (ja, die gibt es wirklich) werden weltweit jeden Tag rund 280 Millionen Portionen Instantnudeln gegessen. Achtzig Prozent davon werden in asiatischen Ländern gegessen. Koreaner, Vietnamesen und Indonesier lieben sie am meisten.
Auch in Thailand sind Instantnudeln beliebt. Sie sind praktisch, schnell und sehr günstig. Eine Portion bekommst du schon ab 15 Cent. Sie werden auf der Straße verkauft, mit Fleisch, Gemüse oder Garnelen als Zusatz. In den Supermärkten findest du ganze Regale voller Instantnudeln. Die Marke Mama gibt es seit 1972 und ist in Thailand die beliebteste von allen. Sie ist so ein Begriff geworden, dass die Thais angefangen haben, alle Instantnudeln einfach Mama zu nennen.
Dass Momofuku Ando auch unterwegs weitergetüftelt hat, zeigt die Entwicklung von „Space Noodles“. 2005 stellte er Vakuumnudeln her, die man ohne kochendes Wasser zubereiten und essen konnte. Momofuku tat das speziell für den japanischen Astronauten Soichi Noguchi, der mit dem Space Shuttle Discovery ins All flog.
Anlässlich der Jahrtausendwende fragte das Fuji Research Institute 2000 Japaner, was die beste japanische Erfindung des 20. Jahrhunderts sei. Es waren nicht der Walkman, Pokémon, Sushi oder Karaoke, die auf Platz eins landeten. Du ahnst es: Es waren die Instantnudeln.
Nicht überraschend hat Japan inzwischen zwei CupNoodles-Museen in Osaka und Yokohama. Dort erfährst du alles über die Ursprünge und das weltweite Wachstum; vor dem Museum in Osaka steht eine Statue von Momofuku. Du kannst dort auch Instantnudeln nach deinem eigenen Rezept herstellen.
Wenn du aber etwas Besonderes willst, probier einfach eine der Nudelsuppen von ONOFF. Bio und vegetarisch! Seit Momofuku die Instantnudeln erfunden hat, ist viel passiert.