Das kennst du bestimmt. Du bekommst einen Teller Thai-Essen direkt vor dich hingestellt. Es duftet nicht nur köstlich, es sieht auch schön aus; am Rand sind kleine Figuren aus Karotte, Wassermelone, Gurke oder anderem Obst und Gemüse geschnitzt. Die thailändische Kunst, mit einem kleinen Messer aus einer Melone ein Boot, aus einem Kürbis einen Vogel oder aus einer Karotte eine Blume zu machen, heißt Kae Sa Luk.

In Thailand glaubt man, dass sie im 14. Jahrhundert entstanden ist, als das nördliche Sukhothai eines der ersten siamesischen Königreiche war. Im Herbst findet das Loi-Krathong-Fest statt. Erwachsene und Kinder lassen Boote mit Kerzen aufs Wasser. Gleichzeitig treiben ihre Sorgen davon.

Diese Boote werden oft mit Blumen geschmückt. Am Hof in Sukhothai kam jemand auf die Idee, das Loi-Krathong-Boot mit aus Obst und Gemüse geschnitzten Figuren besonders schön zu machen. Das kam so gut an, dass es zur Kunstform wurde, und von da an wurden die Tische am siamesischen Hof auf diese Weise dekoriert.

Niemand weiß wirklich sicher, ob die Kunst in Thailand begonnen hat, denn sie entstand vor Hunderten von Jahren auch in Japan und China. Auf jeden Fall ist sie in Thailand beliebt geblieben, und Kae-Sa-Luk-Meisterwerke werden noch immer in Tempeln geopfert oder als Dekoration bei Hochzeiten verwendet. Es gibt jährliche Wettbewerbe, und vielerorts werden kurze Kurse angeboten (auch für Touristen).