In Thailand gilt ein Tisch mit viel Essen als Zeichen von Gastfreundschaft und Geselligkeit. Wenn du mit Thais in einem Restaurant sitzt, steht bald so viel Essen auf dem Tisch, dass du dich fragst, wer das alles essen soll. Wahrscheinlich niemand – vieles bleibt übrig. Obwohl es in Thailand keine bekannten Zahlen dazu gibt, wie viel Essen pro Person weggeworfen wird, kann sich jeder denken, dass es zu viel ist. Das sieht auch die thailändische Regierung so. Vor ein paar Jahren wurde zusammen mit der FAO (der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) eine Kampagne gestartet, um das Bewusstsein dafür zu stärken.
Zum Beispiel: Auch die Niederländer können etwas dagegen tun. Sie warfen 2016 pro Person fast 33 Kilo essbare Lebensmittel weg. Das betrifft Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Reis (aus Take-away-Mahlzeiten), vor allem aber Gemüse, Obst, Brot und Kartoffeln. Oft ist es zubereitetes Essen, aber auch unverarbeitete Produkte oder unberührte Lebensmittel (manchmal noch komplett in der Verpackung) landen im Müll. Das ist Lebensmittelverschwendung und zugleich sinnlose Geldvernichtung. Neben essbaren Lebensmitteln werfen wir auch Küchenabfälle wie Schalen und Knochen weg. Rechnet man das zum Müllberg dazu, wächst er auf 62 Kilo pro Person. Das alles geht aus Untersuchungen zweier niederländischer Ministerien hervor. Sie haben die Ergebnisse kürzlich veröffentlicht.
Oder Deutschland. In Deutschland werden jedes Jahr elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen (Obst, Gemüse, Backwaren, Essensreste, Milchprodukte usw.). Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Stuttgart im Auftrag eines Ministeriums. Zu dieser Verschwendung tragen alle bei: Verbraucher, Produzenten, Handel und Landwirtschaft.
Haben die niederländischen Ministerien auch etwas Gutes zu berichten? Naja, 33 Kilo verschwendete essbare Lebensmittel pro Person sind viel, aber es ist immerhin etwas weniger als in den Vorjahren. Haushalte sind vielleicht die größten Verschwender, aber nicht die einzigen. Auch bei Landwirten, Verarbeitern, Restaurants und Supermärkten werden Lebensmittel weggeworfen. Rechnet man das mit, kommt man auf rund 130 Kilo pro Person.
In Frankreich wurde vor ein paar Jahren beschlossen, dass Supermärkte Lebensmittel nicht mehr vernichten dürfen. Sie sind verpflichtet, für überschüssige Lebensmittel eine Verwendung zu finden. In den Niederlanden gibt es inzwischen Supermärkte, die die Zusammenarbeit mit Tafeln gesucht haben, damit weniger Lebensmittel unnötig zerstört werden.
Auch in thailändischen Haushalten wird reichlich aufgetischt, aber es wird weniger weggeworfen. Was übrig bleibt, ist perfekt fürs Frühstück am nächsten Tag. Leider wissen wir nicht, ob die Kampagne, die vor ein paar Jahren gestartet wurde, Wirkung zeigt. Auf jeden Fall ist der Rat zeitlos und nicht nur für Thais, sondern für alle geeignet: Denk nach, bevor du Essen bestellst, bevor du Essen kaufst und bevor du Essen wegwirfst!
Einige Empfehlungen des WWF:
Optimiere deinen Fleischkonsum: Iss weniger Fleisch und bevorzuge Bio-Fleisch sowie Weide- oder Wildfleisch aus tierfreundlicher Produktion. Iss Fleisch möglichst ganzheitlich. Also nicht nur die Hähnchenbrust, sondern auch Flügel, Keulen und Innereien.
Probiere mehr vegetarische Gerichte: Von eiweißreichen Linsen, Bohnen und Erbsen, die ein fester Bestandteil der Ernährung unserer Großeltern waren, bis hin zu ganz neuen Gerichten mit Tofu, Tempeh, Seitan, Lupine oder Quorn. „Bevorzuge saisonale Produkte: Das spart Energie und Treibhausgasemissionen.“
Vermeide Lebensmittelverschwendung zu Hause, im Restaurant und unterwegs, denn jedes Lebensmittel ist mit einem hohen Verbrauch an Energie, Wasser und anderen Rohstoffen sowie mit Emissionen von Schadstoffen und Klimagasen in die Umwelt verbunden.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist kein Stichtag zum Wegwerfen. Produkte mit MHD können auch nach Ablauf des aufgedruckten Datums ohne Bedenken auf ihre Genießbarkeit geprüft werden. Nur bei leicht verderblichen Produkten mit Verbrauchsdatum (wie Fleisch und Fisch) sollte das aufgedruckte Datum beachtet werden.
Kaufe nach Plan ein: Prüfe vor dem Einkauf deinen Bedarf, schreibe eine Einkaufsliste und geh am besten nicht mit leerem Magen einkaufen.