
Die Banane ist eigentlich eine exotische Frucht, aber wir kennen sie in Europa so gut, dass wir fast meinen würden, sie wachse wild um die Ecke. Das tun sie nicht, außer bei uns in Thailand. Man sieht sie überall wachsen: an Straßenrändern, in Gärten oder, wenn Platz ist, sogar zwischen einigen Häusern.
Es gibt Dutzende von Sorten, die in Thailand wachsen. Kleine, harte, grüne, dicke und sogar gerade Bananen. Einige werden frisch gegessen, andere werden nur zur Zubereitung von Gerichten verwendet oder landen in einem Kuchen oder als Chips. Bananen wachsen in allen tropischen Ländern, aber sie haben zufällig die weltweit größte Bananensammlung in Leuven, im International Musa Germplasm Transit Centre. Das heißt, sie bewahren dort lebende genetische Quellen (wie Samen und Gewebe) von etwa 1500 Arten auf. Eine echte Banane findet man dort wahrscheinlich nur in der Lunchbox von jemandem.
CAVENDISH
Die Banane, die wir in Europa am besten kennen und als Kinder geliebt haben, ist die Cavendish. Wir alle kennen sie, die gelbe, leicht gebogene Banane, etwa 15 Zentimeter lang. Diese Cavendish ist für uns zur Prototyp-Banane geworden. Und das ist nicht verwunderlich, denn mehr als 90 % aller zum Verkauf exportierten Bananen sind Cavendish. In Thailand und anderen tropischen Ländern, in denen Bananen auf natürliche Weise wachsen, findet man noch viel mehr Sorten.
Die häufigste Banane in Thailand ist die Naam Waa. Sie ist kürzer als die Cavendish, hat eine etwas mattere Haut, ist auch viel grüner und normalerweise viel dicker. Sie werden oft gebraten, aber auch frisch aus der Hand gegessen. Zum Braten werden sie zuerst der Länge nach in Scheiben geschnitten, dann durch süße Butter (oft mit Kokosmilch vermischt) gezogen und bei hoher Temperatur gebraten. Es gibt Kreuzungen in Bangkok, wo es während der Stoßzeit so voll ist, dass Händler mit gebratenen Bananen an wartenden Autofahrern vorbeigehen.
BAUM ODER PFLANZE?
Übrigens ist die Banane eine Pflanze, kein Baum. Das ist verwirrend, denn es gibt Bananenpflanzen, die bis zu 8 bis 12 Meter hoch werden können. Warum ist es also eine Pflanze? Ein Baum hat einen Stamm, aber die Bananenpflanze hat keinen, auch wenn es so aussieht. Es handelt sich um Blattstiele, die sich umeinander wickeln. Dies wird als Pseudostamm bezeichnet. Dennoch können Bananenpflanzen große Jungs sein, denn einige Arten tragen bis zu 20 Büschel, die jeweils 30 bis 50 Kilo wiegen können. So können bis zu 400 Bananen gleichzeitig auf einer Pflanze wachsen.
Die Bananenpflanze hat eine Blüte, die ebenfalls gegessen werden kann. Es ist eine große violette Knospe, die in Thailand oft in Salaten verwendet wird und etwas bitter schmeckt. Es gibt viele Möglichkeiten, aber man sieht sie oft mit Garnelen, Schweinefleisch, Tomaten, Karotten, Schalotten, Erdnüssen und roter Currypaste. Und auch die großen Blätter der Pflanze bekommen einen neuen Zweck, oft zum Dämpfen von kleinen Snacks oder Reis.
GESUND!
In Thailand sieht man auch viele Bananen auf dem Grill. Sie werden dann in Scheiben geschnitten und aufgespießt. Sie werden vorsichtig erhitzt, bis sie eine leichte Farbe angenommen haben. Sie werden mit einer süßen Sauce aus Kokosmilch, Palmzucker und Öl gegessen. Auf vielen Inseln tauchen am Ende des Nachmittags Pfannkuchenverkäufer auf. In Thailand heißen Pfannkuchen Roti und sind köstlich mit Banane und Schokoladenaufstrich.
Schließlich sind Bananen sehr gesund. Sie enthalten viel Kalium (gut für Ihr Herz), die Vitamine B6 und A sowie Magnesium (gut für Ihre Blutgefäße und Knochen). Sie enthalten auch viele Ballaststoffe (damit Sie sich „satt“ fühlen und Ihren Blutzuckerspiegel im Gleichgewicht halten). Und: Diese fröhlich gefärbte Frucht enthält auch Tryptophan, das von Ihrem Körper in Serotonin umgewandelt wird, wodurch Sie sich gut fühlen.